Gartenbaumuseum

Sonderausstellung „Kaffee – Ein globaler Erfolg“

Kaffee und Kaffeetrinken sind in einem schier unglaublichen Variantenreichtum seit Jahren in Mode. Kaffeegenuss gehört zum Lebensstil einfach dazu. Die Sonderausstellung nimmt diesen Trend auf und gibt einen Überblick über weniger bekannte Hintergründe des Kaffees. Angefangen von der heutigen Kaffeeproduktion, über die Botanik, den Kaffeewald als Biosphärenreservat bis zu den Anfängen der Kaffeekultur in Europa. Die Gattung Kaffee wird anhand von Pflanzenpräparaten vorgestellt. Auch lebende Kaffeepflanzen Coffea arabica sind zu sehen. Sie eignen sich auch als attraktive Zimmerpflanzen und sind im Handel erhältlich. Ein übergroßes Gipsmodell zeigt den inneren Aufbau einer Kaffeefrucht, historische Herbar-Belege Coffea arabica-Keimlinge.

 

Eine Weltkarte und originale Kaffeesäcke deuten auf Kaffee produzierende Länder hin. Fotografien zeichnen den beschwerlichen Weg „Von der Frucht zur Dose“ nach. Prächtige Präparate exotischer Vögel wie dem Wollhalsstorch, dem Hagedasch oder dem Zimtroller stehen für den Artenreichtum im Kaffee-Wald.

 

Von der Kaffeezeremonie zum „coffee to go“

 

Anhand kunstvoll gestalteter Gerätschaften zum Rösten und Mahlen wird die Kaffeezubereitung und das stilvolle Ausschenken beispielsweise im heutigen Äthiopien vorgestellt. Die Kaffeezubereitung ist nach wie vor fester Bestandteil der Gastlichkeit nicht nur in afrikanischen und arabischen Ländern. Rückblickend wird an die Kaffeekultur der Osmanen erinnert. Kinder und Jugendliche können den arabischen Schriftzug für Kaffee mit einer Schablone nachzeichnen.

 

Kaffeekultur

 

Eine Filmszene zeigt ein Puppenspiel in einem arabischen Kaffeehaus als Ort der Begegnung und des Geschichtenerzählens. In Europa war das Kaffeehaus Treffpunkt für den Meinungsaustausch und eine brodelnde Nachrichtenbörse. Eine Hörszene karikiert die damals (1661) neumodische Angewohnheit des ausgiebigen Kaffeetrinkens in London. Eine andere Hörszene bringt einen Ausschnitt aus der populären, humorvollen „Kaffeekantate“ (ca. 1734) von J. S. Bach. Darin will die Tochter nur einen Mann heiraten, der ihr jederzeit das Kaffeetrinken erlaubt. Das Musikstück war u. a. für Aufführungen im bekannten Zimmermannschen Kaffeehaus Leipzig gedacht. War Kaffee für das Bürgertum in erster Linie Genussmittel, diente er ärmeren Schichten auch als stimulierendes Getränk, als „Satt- und Muntermacher“. Waren Kaffeebohnen unerschwinglich, musste auf Ersatz wie Zichorie oder Getreide zurückgegriffen werden. Historische Verpackungen und Werbeschilder aus Emaille weisen darauf hin. Letztlich sind Ausstellungsbesucher eingeladen, an der „Aroma-Bar“ ihren Geschmacksinn zu testen. Duftproben von gemahlenem Kaffee verschiedener Sorten und Herkünfte stehen dafür bereit.

 

Die Sonderausstellung „Kaffee – Ein globaler Erfolg“ ist im Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt vom 5. April bis zum 31. Oktober 2019 zu sehen. Sie wurde vom Botanischen Garten und Botanischen Museum Berlin konzipiert und durch Exponate anderer Leihgeber ergänzt.

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